Digitale Analogität: Das Spannungsfeld erfolgreicher Arbeitgeber

Arbeitgeber kämpfen um die Mitarbeiter der Zukunft. Das gelingt manchen gut und manchen weniger gut. Allen gemein ist, dass ohne Digitalität wohl kein Unternehmen künftig mehr erfolgreich sein kann. Und gerade jetzt wird durch die Corona Pandemie die Geschwindigkeit der Digitalisierung zusätzlich. In ihr aber ein Allheilmittel zu sehen, vernachlässigt den nach wie vor entscheidenden Faktor – den Menschen: Nur wer es schafft, die Digitalität im Einvernehmen mit den Menschen im Unternehmen zu einer einzigartigen Einheit zu formen, kann diese Herausforderungen nachhaltig meistern.

Lesen Sie hier, wie Bernd Neisen (Geschäftsführer der GUTE LEUTE GmbH) den mit und durch Corona forcierten digitalen Wandel beurteilt.

DigitaleArbeitswelten und analoge Mitarbeiterkompetenzen

Die noch neuen, aber längst adaptierten Technologien führen dazu, dass Arbeitnehmer flexibel, schnell und unabhängig von ihrem aktuellen Aufenthaltsort arbeiten können. Sie arbeiten von unterwegs, von zu Hause oder agil von jedem beliebigen W-Lan Point an jedem beliebigen Ort in dieser Welt. Sie sind schnell erreichbar und untereinander vernetzt. Jederzeit, und das häufig auch in der Freizeit oder im Urlaub.

Aber zurück ins Unternehmen: Hier schafft die Digitalisierung der Arbeitswelt neue Arbeitsplätze und bisher unbekannte Berufe. Crowdworker, Social Media Manager, Online Redakteure oder Data Scientists etwa sind Berufe mit Zukunft, die es vor einigen Jahren noch nicht gab. Auch nicht auf den Gehaltslisten der Unternehmen. Denn Digitalisierung kostet, bevor sie nutzen kann.

Diese internen oder auch externen Spezialisten sorgen dafür, dass die Mitarbeiter über die sozialen Netzwerke miteinander verbunden sind. Genauso aber sorgen sie dafür, dassmittels digitaler Programme Arbeitsabläufe abgestimmt und Absprachen untereinander erleichtert werden. Arbeitnehmer können sich auf wesentliche Aufgaben konzentrieren und werden nicht mehr mit Verwaltungsaufgaben überlastet.

Der Nachteil: stressbedingte Erkrankungen nehmen durch digitale Erreichbarkeit nachweisbar zu. Arbeitnehmer, die ständig erreichbar sind und immer neue Aufgaben übernehmen müssen, leiden nicht selten unter einer steigenden Arbeitsbelastung. Die Folge sind Erkrankungen wie Burn-Out oder Depressionen. Viele Menschen können durch den steigenden Druck nicht mehr von der Arbeit abschalten und denken auch in ihrer Freizeit nur noch an den Job. Aktuellen Studien zu Folge leidet mittlerweile jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland unter berufsbedingtem Stress.

Andererseits eröffnet die Digitalisierung den Menschen auch neue Freiräume: In Zukunft vereinfacht die Digitalisierung betriebliche Arbeitsabläufe noch weiter und löst den Menschen in vielen Bereichen als Arbeitskraft ab. Menschliche Arbeit konzentriert sich dann auf Bereiche, die menschliche Intelligenz und Kreativität erfordern. Die Digitalisierung der Arbeitswelt eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, die Arbeit flexibler zu gestalten und Mitarbeitern eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen allerdings auch lernen, mit den neuen Möglichkeiten und der Verantwortung sinnvoll umzugehen.

Bei bisherigen und noch kommenden digitalen Evolutionen und Revolutionen sollten wir keinesfalls vergessen: Mitarbeiter sind Menschen. Ausgestattet mit dem, was die Evolution uns mitgegeben hat: Herz, Gefühl und Verstand. Unser Gehirn läuft immer noch „analog“ – und das wird auch so bleiben. Die digitale Komplexität bringt uns auch deshalb mehr und mehr in „Bedrängnis“, weil wir die Geschwindigkeit vieler Prozesse nicht mehr fassen können. Und die Schere von technischer Entwicklung und menschlicher Wahrnehmung immer größer wird.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass wir unserer Verantwortung, aber auch Attraktivität als Arbeitgeber damals wie heute im Auge behalten müssen – ganz gleich, ob wir als Start-up oder als renommiertes Traditionsunternehmen am Markt agieren.  Denn GUTE LEUTE suchen sich die Unternehmen, die, unabhängig vom Geschäftsmodell, optimale Rahmenbedingungen schaffen und trotz Digitalität Spaß und Freude bieten. Es braucht also auch weiterhin achtsame Führung durch das Management und viel Eigenverantwortung beim Einzelnen. So müssen wir vielleicht künftig auch wieder einfach mal lernen, Laptop oder Handy auszuschalten, um in der Geschwindigkeit des Wandels Ruheanker zu finden.

Die Konsequenzen treffen natürlich auch für die Personalverantwortlichen: Der Personaler wird zukünftig vermehrt kreativ statt administrativ agieren müssen.

Zukunftsprognosen für Personalverantwortliche, die auf die Notwendigkeit der Digitalisierung schließen lassen, finden sich in den Ergebnissen der Studie „Ressource Weiterbildung“ der ManpowerGroup. Sie besagen u.a., das trotz zunehmender Automatisierungen und Algorithmus-gesteuerter Tools 20 Prozent der Arbeitgeber an eine steigende Bedeutung der Personalabteilungen für das Unternehmen glauben. Gemeint seien hier jedoch weniger administrative Aufgaben, sondern vielmehr Aufgaben, die Fertigkeiten wie emotionale Intelligenz, Kreativität und flexibles Denken erfordern. Diese Leistungen können Personaler aber nur dann erbringen, wenn sie dank digitaler IT-Lösungen weit weniger in administrative Prozesse eingebunden sind, als es bisher der Fall ist.

Fazit:Die Konstante in der digitalen Gleichung ist und bleibt der analog geprägte Mensch – gleichgültig ob als herausragender Unternehmer, als kreativer Innovator oder als motivierter Mitarbeiter.

Als Arbeitgeber gilt es verantwortungsvoll zu handeln: GUTE LEUTE finden, binden und vor allem gezielt begleiten. Gutes und authentisches Employer Branding wird hier zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Damit GUTE LEUTE gerne bei Ihnen „anheuern“ und vor allem auch gerne bei Ihnen bleiben.

Ein Beitrag von Bernd Neisen (Geschäftsführer GUTE LEUTE GmbH)